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Das Projekt in Hamburg-Bahrenfeld liegt in einem gemischt genutzten Umfeld mit Wohnbebauung, Gewerbe und Hotels in unmittelbarer Nähe zu der Bahntrassse. Gesucht wird eine ortsbezogene und nachhaltige Fassadengestaltung, die Materialität, Proportion und Farbigkeit sensibel ausarbeitet.
Als gestalterische Referenz für unseren Fassadenentwurf dienen Beispiele des Hamburger Wohnungsbaus der 1930er Jahre – insbesondere Backsteinfassaden, die bis heute durch Maßstab, Detailreichtum und städtebauliche Qualität überzeugen.

Datenquelle: Freie und Hansestadt Hamburg, Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung, Digitale Orthophotos (2026), dl-de/by-2-0.
Luftbild — Credits: Datenquelle: Freie und Hansestadt Hamburg, Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung, Digitale Orthophotos (2026), dl-de/by-2-0.
Datenquelle: Freie und Hansestadt Hamburg, Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung, Schrägluftbilder (2022), dl-de/by-2-0.
Weitsicht entlang der Gleise — Credits: Datenquelle: Freie und Hansestadt Hamburg, Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung, Schrägluftbilder (2022), dl-de/by-2-0.

Durch eine fein strukturierte Fassadengestaltung wird das große Bauvolumen in ablesbare Einheiten gegliedert und in einen menschlichen Maßstab übersetzt. Kleinteilige, ornamenthafte Strukturen gliedern die weitläufigen Fassadenflächen, schaffen visuelle Tiefe und beleben das Erscheinungsbild.
Ziel ist eine lebendige und dennoch ausgewogene Fassadenkomposition, die Monotonie vermeidet und durch ihr zeitloses Gestaltungskonzept architektonische Wertigkeit vermittelt.

Zu den Straßenräumen nach Norden und Westen ist in den Fassaden die Vertikalität betont.
Horizontale Bänder prägen die Fassaden nach Süden und Osten zu den Gleisen.
Die horizontalen und vertikalen Bänder werden durch die Farbgestaltung verwebt.
Durch die Aufdehnung über die Schnittfläche der Bänder hinaus wird das richtungsgebenede Band besonders gestärkt und das Webmuster aufgelockert.
Übergreifen des horizontalen Bandes in vertikale Richtung.

Die Gestaltung der Außenfassaden basiert auf einem hochwertigen Vollsteinmauerwerk aus zweifarbigem Klinker in rot und beige. Horizontale und vertikale Bänder verweben sich an definierten Schnittpunkten zu einem ornamentalen Gefüge. Ein klarer Gestaltungskanon schafft Ordnung, lässt aber durch Farbwechsel, reliefartige Ebenenversätze sowie durchlaufende oder unterbrochene Bänder vielfältige Variationen zu, so dass die einzelnen Fassaden verwandt aber dennoch unterschiedlich gestaltet werden können. Die Gliederung reagiert differenziert auf den städtischen Kontext: Zur Bahnseite unterstreicht eine horizontale Bänderung die Dynamik der Bewegung, während zur Stadtseite vertikale Elemente die Präsenz und Adressbildung im Stadtraum betonen.

Variation des Gestaltungskanons
Ansicht West
Ansicht Süd
Materialität und Farbpalette

Die Fassaden im Innenhof kontrastieren zurückhaltend zur Klinkerfassade: Sie werden in hellem Putz ausgeführt, grundsätzlich weiß bzw. leicht abgetönt. Zusätzlich werden Teilflächen mit Kammputz-Strukturen gestaltet, die in zwei Farbtönen – Weiß und einem sehr hellen Pastellgrün – ausgebildet sind. Diese subtile Zweifarbigkeit und Haptik bringt Lebendigkeit in die Hofsituation und impliziert auch hier einen menschlichen Maßstab. Mit ihrem „Webnetz“ aus unterschiedlichen Putzstrukturen lehnen sich die Hoffassaden an den Gestaltungskanon der Klinkerfassaden an ohne dabei mit ihnen zu konkurrieren.

Ansicht Ost
Materialität und Farbpalette

Kategorie Fassade, Wohnungsbau, Gewerbe
Auftragsart Fassadenworkshop
Auftraggeberin SAGA Unternehmensgruppe
Architektur Schenk Fleischhaker Architekten
Anzahl Wohnungen 430
Bearbeitung 2025

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