Dx
© VIR.works
— Credits: © VIR.works

Das Neubauprojekt entsteht auf einem bestehenden Tiefgaragenplateau im ehemaligen ökonomischen Zentrum Leverkusens – einem hoch verdichteten Standort mit heterogenem Umfeld zwischen großvolumigen Hochhäusern und vier- bis fünfgeschossiger Wohnbebauung. Ziel ist die effiziente Flächennutzung und eine ressourcenschonende Bauweise, die sich harmonisch in die kleinteilige Struktur der Nachbarschaft einfügt und gleichzeitig eine geschützte, lebenswerte Umgebung schafft. Durch kompakte Baukörper mit gestapelten Grundrissen wird das statische Raster der bestehenden Tiefgarage weiterverwendet und der Einsatz von Beton reduziert, um CO₂-Emissionen zu minimieren. Recycelbare Materialien, Photovoltaik und ein intelligentes Regenwassermanagement auf Dächern und der Tiefgaragendecke tragen zu einem geringen ökologischen Fußabdruck bei. Die Dachflächen werden als Gartenlandschaften für urbane Lebensmittelversorgung und soziale Nutzung gestaltet. Die modulare Bauweise mit Vollholzstützen, Stahlträgern und Brettstapelholzdecken mit Aufbeton sorgt für eine flexible, leichte Konstruktion mit hervorragendem Raumklima, reduziertem Materialverbrauch und schneller Montage. Das Projekt steht beispielhaft für nachhaltige Stadtentwicklung mit hoher Aufenthaltsqualität und funktionaler Wirtschaftlichkeit.

Ein zentraler Auftaktplatz vor dem Rialto Boulevard schafft eine einladende Ankunftssituation und lenkt die Besucherströme. Richtung Süden entwickelt sich die Wegeführung in zunehmend private Bereiche

Ein zentraler Auftaktplatz vor dem Rialto Boulevard schafft eine einladende Ankunftssituation und lenkt die Besucherströme. Richtung Süden entwickelt sich die Wegeführung in zunehmend private Bereiche

Balkonzonen und Laubengänge orientieren sich nach Süden und Osten zur Sonne. Großzügige Höfe schaffen private grüne Rückzugsorte.

Balkonzonen und Laubengänge orientieren sich nach Süden und Osten zur Sonne. Großzügige Höfe schaffen private grüne Rückzugsorte.

Zentrales städtebauliches Ziel ist die Verwebung der gegensätzlichen Prägungen des Areals – zwischen der Großstruktur der 1970er-Jahre und der kleinteiligeren gründerzeitlichen Bebauung. Der Entwurf setzt auf eine klare Aufteilung der Stadträume, reduzierte Gebäudehöhen zur besseren Identifikation mit dem Wohnort und eine betonte Adressbildung. Die locker auf das Raster der Tiefgarage gesetzten Baukörper ermöglichen Durchgrünung und Belüftung, während eine durchdachte Wegeführung vielfältige Blickbeziehungen zwischen Innen- und Außenräumen schafft. Die Adressbildung erfolgt über klare Eingangssituationen und einen barrierefreien Erschließungsweg für Fußgänger und Radfahrer. Ein Auftaktplatz vor dem Rialto Boulevard lenkt Besucher in Richtung Rathausarkaden, Marktplatz und Hotel. Der angrenzende neue Stadtplatz verknüpft das Quartier mit dem Bahnhof und Friedrich-Ebert-Platz, dient als lebendiger Veranstaltungs- und Erholungsort mit Sitzgelegenheiten, Bäumen und heimischen Pflanzen. Die Nord-Süd-Verbindung wird zukünftig nur noch zur Erschließung genutzt und erhält privaten Charakter, um die Wohnqualität zu erhöhen. Ziel ist ein vielfältiges, nachhaltiges Stadtquartier mit hoher sozialer Durchlässigkeit.

Durch das statische System kann eine Vielzahl unterschiedlicher Wohnungstypologien abgebildet werden. Somit ist er Wohnungsschlüssel flexibel anpassbar.

Durch das statische System kann eine Vielzahl unterschiedlicher Wohnungstypologien abgebildet werden. Somit ist er Wohnungsschlüssel flexibel anpassbar.

Das Projekt setzt auf eine nachhaltige und effiziente Bauweise. Vollholzstützen und Stahlträger, sowie schlanke Brettstapelholzdecken bilden das statische Grundgerüst.

Das Projekt setzt auf eine nachhaltige und effiziente Bauweise. Vollholzstützen und Stahlträger, sowie schlanke Brettstapelholzdecken bilden das statische Grundgerüst.

Die Architektur des Projekts setzt auf Vielfalt innerhalb einer einheitlichen, kompakten Struktur. Leicht variierende Bauteildicken ermöglichen unterschiedliche Wohnungstypologien: Insgesamt 138 Wohnungen werden über fünf innenliegende, gut belichtete Treppenhäuser barrierefrei erschlossen, ergänzt durch drei außenliegende Spindeltreppen. Sieben Maisonettewohnungen aktivieren die Erdgeschosszonen entlang der Ost-West-Wegeverbindungen, während eine Clusterwohnung zwischen den Innenhöfen Raum für alternative Wohnformen bietet. Die Wohnungen sind gezielt auf Lagequalitäten abgestimmt – Über-Eck-Wohnungen bieten trotz Dichte tiefe Ausblicke, durchgesteckte Nord-Süd-Wohnungen in Querriegeln sowie diagonal organisierte Platzwohnungen sorgen für Licht, Luft und Flexibilität. Die Gebäudestruktur erlaubt langlebige, wandelbare Grundrisse und folgt einem wirtschaftlichen statischen Raster. Die Fassadengestaltung mit Holz, polierten Aluprofilen und recyceltem Klinker erzeugt einen zukunftsweisenden und gleichzeitig vertrauten Ausdruck. Farbgebung und Proportionen sind fein auf das Umfeld abgestimmt. Großzügige Südfenster verbessern die Tageslichtausnutzung und steigern die Wohnqualität nachhaltig.

1. Obergeschoss
Regelgeschoss
Dachgeschoss
Ansicht West
Ansicht Ost
Längsschnitt C

Die Gestaltung der Freianlagen folgt dem Prinzip der minimalen Versiegelung und der maximalen Aufenthaltsqualität. Großzügige Grünflächen mit heimischen Pflanzen dienen der Erholung, fördern die Biodiversität und verbessern das Mikroklima. Die barrierefreien Zugänge zu den grünen Innenhöfen und die klare Wegeführung aus hochwertigen Materialien ermöglichen eine intuitive Orientierung innerhalb der Anlage. Begrünte Laubengänge an der Südseite fungieren als konstruktiver Sonnenschutz und private Außenbereiche, die im Sommer Schatten spenden und im Winter Sonnenlicht ins Gebäude lassen. Spiel- und Freizeitbereiche sind für alle Altersgruppen konzipiert: Sitzgelegenheiten und Spielgeräte fördern die Gemeinschaft und unterstützen Aktivitäten im Freien. Die Flächen sind sicher, einladend und inklusiv gestaltet. Durch nachhaltiges Regenwassermanagement und den Einsatz umweltfreundlicher Materialien wird der ökologische Fußabdruck minimiert. Die Dachgärten ergänzen das Freiraumkonzept als multifunktionale Flächen zur Lebensmittelversorgung und sozialen Interaktion. So entsteht ein lebendiges, funktionales Umfeld mit hoher Lebensqualität.

© VIR.works
— Credits: © VIR.works

Kategorie Städtebau, Wohnungsbau
Auftragsart Hochbaulich-freiraumplanerischer Wettbewerb
Auftraggeberin Stadtteilentwicklungsgesellschaft Wiesdorf/Manfort (SWM)
Landschaftsarchitektur RMP Stephan Lenzen
Anzahl der WE 138 WE
BGF 12.500 m2
Bearbeitung 2024-2025

Dx
Duplex