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Die Frage, was grundsätzlich aus den Siedlungsbeständen der 1950er- bis 1970er-Jahre werden soll und welche Maßnahmen dazu ergriffen werden sollten, ist für den Wohnstandort Hamburg zunehmend wichtig geworden. Dabei ist es ein zentrales Anliegen, die Wohnbedingungen, den sich wandelnden Bedürfnissen einer gealterten Bewohnerschaft anzupassen sowie insgesamt die Lebensbedingungen aufzuwerten, sowie zusätzlichen Wohnraum für neue Bewohnerinnen und Bewohner zu schaffen, die Freiräume qualitätsvoll und bedarfsgerecht umzugestalten und auch den Verkehr zukunftsweisend neu zu organisieren. Das Verfahren Bergedorf-West hat sich dieser Fragestellung gewidmet.

Ausgangslage: repetitive Bestandsbebauung mit undefinierten Außenräumen Idee: eine Enfilade aus Plätzen und Höfen schafft Identität, Orientierung und Vielfalt

Die städtebauliche Struktur wird durch ein fein gegliedertes Netzwerk aus Plätzen und Höfen neu geordnet. Die Neubauten orientieren sich in Maßstäblichkeit und Höhenentwicklung an der bestehenden Bebauung und fügen sich behutsam in den Bestand ein. Die entstehende Platzfolge gliedert das Quartier in abgestufte Zonen – vom öffentlichen Raum über gemeinschaftlich genutzte Nachbarschaftsplätze bis hin zu privaten Innenhöfen. Die Quartierseingänge im Norden und Süden werden durch Mobility Hubs markiert, die gleichzeitig als städtebauliche Gelenke zur „Urbanen Spange“ fungieren. Das Mobilitätskonzept reduziert den Stellplatzbedarf innerhalb des Quartiers signifikant und priorisiert den Fuß- und Fahrradverkehr. Die geplanten Wege sind kurz, direkt und orientieren sich an vorhandenen Strukturen.

Homogene Landschaftsstruktur im Bestand Die Orientierung und Verteilung erfolgt über Parkplatzflächen, welche die prägnantesten Freiraumelemente darstellen.
Neuordung des Freiraums im Quartier Der grüne Boulevard gliedert das Quartier und stellt eine übergeordnete Anbindung nach Oberbillwerder her.
Patchwork gemeinschaftlicher Wohnhöfe Durch die die Neuordnung entsteht ein Patchwork aus gemeinschaftlichen Wohnhöfen die unterschiedliche Charaktere und Begabungen haben.
BESATND Undefinierte Außenräume umfließen uniforme, repetitive Siedlungsstrukturen. Geringe Aufenthaltsqualitäten durch mangelnde Abgrenzung öffentlicher und privater Bereiche
LEITIDEE Durch Nachverdichtung des Bestands wird eine klar definierte Abfolge aus öffentlichen, halböffentlichen und privaten Außenräumen generiert, die das Quartier aufwertet und Orientierung bietet.
PROGRAMMIERUNG Neben dem Wohnen lassen Sondernutzungen wie Mobility Hubs und Gewerbeflächen an den Quartiersplätzen lebendige Treffpunkte entstehen.
Abstandsflächen
Zuwegungen
Feuerwehraufstellflächen

Der kompakte Baukörper mit Kleinwohnungen erhält durch ein gemeinsames Atrium Licht und Luft und bietet Begegnungsräume für die Bewohner in denen gemeinsam gearbeitet, gewerkelt, gelesen oder die Wäsche gewaschen und getrocknet werden kann. Aussen beleben wechselweise vorgehängte Balkone die Längsfassaden. Der Baukörper ist insgesamt sehr simpel aufgebaut und vertikal gestapelt, so dass er mit immer den gleichen, seriell vorproduzierten Modulgrößen erbaut werden kann.

Modular aufgebautes Regelgeschoss mit Kleinwohnungen
Regelgeschoss mit großen Clusterwohnungen
Schwarzplan als Grundlage für die Bearbeitung der 2. Wettbewerbsphase.
Es sollte ein einfacher Baukörper ohne direkte Anknüpfungspunkte zur Nachbarbebauung entworfen werden.
Der tiefe Baukörper wurde mit einem grünen Innenhof versehen.
Durch das grüne Atrium wird Licht und Luft in die Mitte des Baukörpers geleitet.
Das begrünte Parkhaus bietet einen architektonischen Akzent am Eingang zum Quartier.

Der Mobility Hub markiert mit seiner skulpturalen, baumartig anmutenden Gestaltung den Eingang zum Quartier und setzt einen architektonischen Akzent. Die offene, filigrane Konstruktion mit begrünter Fassade und bepflanztem Dach fördert Biodiversität und Nachhaltigkeit. Mit 300 Stellplätzen entlastet der verkehrsgünstig gelegene Mobility Hub das Quartier vom ruhenden Verkehr. Im Außenbereich stehen 80 überdachte Fahrradstellplätze zur Verfügung.
Das umlaufendes System aus vertikalen, bodengebundenen Begrünungssträngen läuft im Erdgeschoss V-förmig vor den Stützen zusammen und generiert damit ein baumartiges Erscheinungsbild.

Schlichtes, modular aufgebautes Regelgeschoss mit organischem Treppenkern und geradliniger Rampe.
Im Erdgeschoss bieten gruppierte Containerboxen die Möglichkeit für Fitnessangebote.

Der überdachte Innenhof wird zu einem außergewöhnlichen, öffentlich zugänglichen Kletterbereich umgestaltet: Die Decke der Erdgeschossrampe bildet einen künstlichen Überhang zum Bouldern, während die vertikale Struktur des Parkhauses für Kletteraktivitäten genutzt werden kann. Dadurch entsteht ein innovativer, sportlicher Erlebnisraum im Zentrum des Gebäudes. Ergänzt wird das Angebot durch einen Fitnessbereich im Freien sowie zwei Außen-Padel-Courts, die gemeinsam mit dem angrenzenden Gastronomiebereich mit Außenbestuhlung eine hohe Aufenthaltsqualität und soziale Interaktion im öffentlichen Raum ermöglichen.

Die Freiform wird vom Freiraum und den Verkehrsströmen umflossen.
Die öffentlichen Nutzungen im Erdgeschoss orientieren sich Richtung Quartier.
Systembauteile ermöglichen einen schnellen Aufbau der Parkhausstruktur.
Ein vielschichtiger Baukörper mit Angeboten für die Bewohnerschaft.
Die Landschaftsgestaltung entlang der neuen Wegeverbindung nach Oberbillwerder beinhaltet auch Mietergärten.

Kategorie Städtebau, Wohnungsbau, Gewerbe
Auftragsart Städtebaulich-hochbaulich-freiraumplanerischer Wettbewerb
Auftraggeberin Gemeinnützige Baugenossenschaft Bergedorf-Bille eG
Landschaftsarchitektur Rabe Landschaftsarchitekten
Grundstück ca. 9 ha
Bearbeitung 2024-2025

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