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— Credits: Ponnie Images

Auf dem ehemaligen Industrieareal der historisch bedeutenden Bronzenwarenfabrik AG (BAG) in Gebenstorf entsteht ein neues Wohnquartier. Das Gebiet beim Wasserschloss, wo Aare, Limmat und Reuss zusammenfliessen, zeichnet sich durch eine besonders wertvolle Auenlandschaft aus. Diese landschaftliche Qualität soll in den Wohnungen als Ausblick erlebbar gemacht werden. Gleichzeitig überzeugt auch die bestehende Industrieanlage selbst mit ihrer gewachsenen Struktur und der gemeinsamen Ausrichtung der Gebäude zu einer klaren Grossform.

Im Wasserschloss, wo Aare, Limmat und Reuss zusammenfliessen und am Werkkanal des ehemaligen Industrieareals der Bronzewarenfabrik (BAG) entsteht ein neues Wohnquartier.

Im Wasserschloss, wo Aare, Limmat und Reuss zusammenfliessen und am Werkkanal des ehemaligen Industrieareals der Bronzewarenfabrik (BAG) entsteht ein neues Wohnquartier.

Unser Projekt erhält einen grossen Teil des Bestands und nimmt mit einer Abfolge unterschiedlich grosser Hofräume Bezug auf die ehemaligen Aussenräume des Areals. Dies wird durch eine Serie gebrochener Winkelbauten erreicht, die so angeordnet sind, dass möglichst viele Gebäude von den Ausblicken in die Landschaft profitieren. Gleichzeitig fügt sich das Projekt selbstverständlich in den bestehenden Kontext ein: Entlang der Limmat wird die historische Bebauung mit einem Winkelbau abgeschlossen, während im Süden bewusst Abstand zu den zweigeschossigen Einfamilienhäusern gehalten wird. So bewahrt der Perimeter seine Eigenständigkeit und nimmt die Qualitäten der Umgebung auf, ohne sie zu beeinträchtigen. Entlang des Werkkanals im Norden werden die Gebäude zudem mit öffentlichen Nutzungen aktiviert. Dadurch kann bei einer zukünftigen Entwicklung der nördlich angrenzenden Gebiete ein lebendiges Rückgrat für ein neues, arealübergreifendes Quartier entstehen.

Bestand
Der Werkkanal ist zukünftiges Zentrum einer neuen Nachbarschaft
Eingliederung in industriell geprägte Umgebung, Findlinge und Hierarchisierung der Gebäude
Höhenstaffelung und Rücksprünge der Winkelkörper
Freiräume – Jedes Haus erhält entweder einen Ausblick ins Grüne oder ist in einem historischen Gebäude mit dessen eigenen ästhetischen Qualitäten situiert.
Grundriss Areal, 1. Obergeschoss
Ponnie Images
Der Werkkanal wird als Rückgrat eines künftigen Quartiers gedacht – mit öffentlichen Nutzungen wie Restaurant, Café, Atelierwohnen an der Promenade. — Credits: Ponnie Images

Der Werkkanal wird als Rückgrat eines künftigen Quartiers gedacht – mit öffentlichen Nutzungen wie Restaurant, Café, Atelierwohnen an der Promenade.

Ein wesentliches Ziel des Projekts ist die Schaffung vielfältiger, zukunftsfähiger Wohnformen. In den Bestandsgebäuden entstehen spezifische Typologien, welche deren Charakter unterstreichen: loftartige Wohnungen in der Spinnerei, Reihenhäuser in der Giesserei, kompakte Mietwohnungen im Labor. Die Neubauten sind als durchgesteckte Zwei-bis Dreispänner organisiert und verfügen über vielfältige Aussenräume: Loggien, Gärten, Terrassen. Das Gartenhaus nutzt seine Position im Innenbereich für eine besondere Wohnform mit grosszügigen, privaten Freiräumen.

Die Setzung der Winkelbauten und deren Höhenstaffelung schaffen abwechslungsreiche Räume und fördern eine fein differenzierte Wohnstruktur. Jede Wohnung profitiert entweder von der Aussicht ins Grüne oder von einer hofartigen, gemeinschaftlich genutzten Freiraumsituation.

Haus A: Laubenganghaus – Mietwohnen konventiell/ländlich orientiert, Familien
Haus B: Spinnerei – Loftartiges Wohnen im Bestand, Familien/Paare
Haus C Labor + Haus D Parallelbau – Wohnen im Alter, Singles/Paare 60+
Haus E: Scheune – Wohnen um die Loggia, Familie/Paare
Haus F: Giesserei – Reihenhaustypologie im Bestand, Familien
Haus G: Gartenhaus mit Aussicht, Familien
Haus G und H – Wohnen mit Aussicht, Familien
Luca Grünenwald, Duplex Architekten
Häuser C und D — Credits: Luca Grünenwald, Duplex Architekten
Luca Grünenwald, Duplex Architekten
Haus A — Credits: Luca Grünenwald, Duplex Architekten
Luca Grünenwald, Duplex Architekten
Haus E — Credits: Luca Grünenwald, Duplex Architekten
Luca Grünenwald, Duplex Architekten
— Credits: Luca Grünenwald, Duplex Architekten

Das Fassadenkonzept verschiebt den gestalterischen Fokus weg vom Einzelgebäude und hin zum jeweiligen städtebaulichen Zusammenhang, sodass die Fassaden stark auf ihre Umgebung, ihre Orientierung und ihre funktionalen Bezüge hin ausbildet werden. Die vier verschiedenen Plätze im Inneren des Areals, sowie der Blick von der Auenlandlandschaft und vom Werkkanal bilden die Ausgangslage.

Die gestalterische Vielfalt der Fassaden basiert auf einem Baukasten, der unterschiedliche Öffnungstypen (stehend, liegend, mit Sturz oder Gewände), Sonnenschutzelemente (Storen, Klappläden, Markisen) und Oberflächenstrukturen definiert. So entsteht innerhalb eines klaren Rasters eine hohe Varianz.

Ankommen
Gemeinschaftshof
Wohnhof
Werkkanal
Wohngasse
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv, Fotograf Walter Mittelholzer
Flugaufnahme vor 1931, ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv, Fotograf: Walter Mittelholzer — Credits: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv, Fotograf Walter Mittelholzer
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv, Fotograf Walter Mittelholzer
Flugaufnahme vor 1931, ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv, Fotograf: Walter Mittelholzer — Credits: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv, Fotograf Walter Mittelholzer
Unbekannt
Flugaufnahme um 1970 (Quelle Unbekannt) — Credits: Unbekannt

Kategorie Wohnen, Gastronomie, Gewerbe
Ort Limmatstrasse 55, 5412 Vogelsang AG
Auftragsart Studienauftrag
Auftraggeberin BAG-Immobilien
Landschaftsarchitektur Gersbach Landschaftsarchitektur
Bauingenieur Basler & Hofmann
GF SIA 416 / GV SIA 416 36.493m² / 98.483m³
Anzahl Wohnungen 194
Bearbeitung seit 2023

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