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Kaarst ist atmosphärisch, familiär, facettenreich und unterhaltsam – diese Qualitäten bilden das Fundament der Neuen Mitte. Ziel ist es, diese Eigenschaften durch vier zentrale Leitideen weiterzuentwickeln: Vier charakterstarke Themenplätze, eine kuratierte Nutzungsvielfalt der Gewerbeflächen, klare Adressbildung sowie die Förderung von Fußgängern, Radfahrern und dem ÖPNV. Der Entwurf setzt auf eine stimmige Verzahnung von öffentlichem und privatem Leben: Die neuen Plätze und Baukörper schaffen Orte mit eigenem Charakter, binden bestehende Qualitäten ein und ermöglichen ein identitätsstiftendes Miteinander. Dabei wird besonderer Wert auf soziale Vielfalt gelegt: Themenhäuser wie Familienwohnen, Wohnen und Arbeiten, Wohnen im Alter sowie das Mobility Hub bringen unterschiedliche Lebensrealitäten in die neue Mitte.

Die neuen Baumassen fügen sich wie selbstverständlich in das gewachsene Stadtbild ein. Sie schaffen Raumkanten und die für ein Stadtzentrum nötige Dichte.
Vier Themenplätze dienen als Plattform für das städtische Leben, laden zum Flanieren und Shoppen ein, lassen Gemeinschaft aktiv erleben und strukturieren als zentrale Knotenpunkte das Ankommen.
Eine kuratierte Nutzungsvielfalt aus Gastronomie, Shopping-Angeboten, Gemeinschaftsnutzungen sowie Dienstleistungen belebt das Quartier und deckt alle Facetten des täglichen Bedarfs ab.
Die Adressen der Wohnungen werden gebündelt, die Adressen der Gewerbeeinheiten werden gezielt an die Plätze verlegt, um diese zu beleben und ihren Charakter zu stärken.
Durch die Neuorganisation des Verkehrs und die gezielte Förderung des ÖPNV wird die Mobilität im Quartier zukunftsfähig ausgerichtet.

Städtebaulich gliedern sich die neuen Baumassen selbstverständlich in das gewachsene Stadtbild ein. Sie schaffen klare Raumkanten, die für ein lebendiges Stadtzentrum notwendige Dichte und leiten die Bewegungen entlang der Grünen Achse auf natürliche Weise. Vier Plätze mit jeweils individuellem Charakter kristallisieren sich heraus: Der Marktplatz als kulturelles Zentrum, der Ahornplatz als städtisches Scharnier, der Wohnhof als privater Rückzugsort und der Neumarkt mit seiner multifunktionalen Plattform. Diese Platzräume erhalten gezielt zugewiesene Nutzungen, um ihre Rolle im Gesamtkonzept zu stärken. Gleichzeitig werden Maßnahmen an Bestandsbauten – wie die Aufstockung von Attiken oder die Neuordnung von Markisen – genutzt, um Sichtbarkeit, Adressbildung und Nutzbarkeit vorhandener Gewerbeeinheiten zu verbessern. So entsteht ein dichtes, durchmischtes Stadtgefüge, das sowohl auf Bestehendem als auch auf Neuem aufbaut.

Die Gewerbeflächen sind kuratiert und flexibel gedacht: Sockelzonen mit lebendiger Nutzung, modulare Erweiterungen durch Überdachungen oder Treppenverbindungen ins 1. Obergeschoss sowie ein abgestimmter Bauteilkatalog für individuelle Fassadengestaltung ermöglichen eine lebendige Mischung aus Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistung. Die Rückseiten der Boulevardbebauung werden gezielt aufgewertet, sodass auch sie zur Aufenthaltsqualität des Gesamtensembles beitragen. Die Themenhäuser setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Familienwohnen, altersgerechtes Wohnen, Wohnen & Arbeiten und das Mobility Hub sorgen für ein generationenübergreifendes Miteinander. Durch diese Nutzungsmischung entsteht ein quartiersnahes Angebot, das soziale Vielfalt fördert und kurze Wege ermöglicht.

Marktplatz - Urbanität durch atmosphärische Dichte
Boulevard - Urbanität lebt von Diversität
Ahornplatz - Neues Entrée für Kaarst
Wohnhof - Nachbarschaft fördern

Der Freiraum entfaltet sich als Bühne für urbanes Leben. Der Marktplatz wirkt durch seine ornamentale Pflasterung wie ein verbindender Teppich zwischen den nördlichen und südlichen Platzbereichen. Die freigespielte Fläche bietet Raum für unterschiedliche Nutzungen: Märkte, Veranstaltungen, alltägliche Begegnungen. Der Musikpavillon setzt dabei einen kulturellen Akzent – als Bühne für kleine Events am Wochenende und Unterstand für ÖPNV-Fahrgäste im Alltag. Der Wohnhof bildet das ruhigste Element: ein geschützter Ort für die Nachbarschaft mit Spielplatz und Gemeinschaftsraum für Arbeit, Seminare und Austausch. Am Ahornplatz – dem Bindeglied zwischen Maubisstraße und den Hauptplätzen – wirken auch kleinere bauliche Maßnahmen positiv: Erweiterte Vorzonen, überdachte Übergänge und innere Erschließungen der Obergeschosse steigern die Aufenthaltsqualität und erweitern die Nutzungsmöglichkeiten. Der Neumarkt dient als multifunktionale Plattform und ergänzt so die freiräumliche Vielfalt der neuen Mitte.

Bis 2030 transformiert sich der Marktplatz durch räumliche Fassung und ornamentale Gestaltung, aktiviert durch vitale Ladenlokale sowie Markthalle und Pavillon als neue Attraktoren.
Bis 2035 wandelt sich das Areal durch gezielte Nachverdichtung zum urbanen Lebensraum, der stadtnahes Wohnen mit hoher Aufenthaltsqualität im Herzen der neuen Mitte vereint.
Vision 2040: Durch zukunftsweisendes Weiterbauen in Holz und die Transformation des Bestands entfaltet die ‚Grünen Mitte Kaarst‘ eine unverkennbare Signetwirkung.

Kategorie Stadtentwicklung, Bauen im Bestand, Wohnungsbau, Gewerbe, Dienstleistung
Auftragsart Ideenwettbewerb
Auftraggeberin Stadt Kaarst
Landschaftsarchitektur LAND Germany
Bearbeitung 2021

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