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Jonas Bloch
— Credits: Jonas Bloch

Der Hopfenmarkt findet über das Archäologische Fenster eine neue und mehrschichtige Identität. Das Platzensemble wird als Archipel verstanden, dessen Räume und Schichten aus unterschiedliche Zeiten gewachsen sind. Eingebettet in ein sich mit dem Umfeld verschmelzende Gestaltung der Platzränder, wird die zentrale Platzfläche des Hopfenmarkts vor und um das St. Nikolai Denkmal durch einen einheitlichen Belag zusammengefasst. Der neue Pavillon wird radial zum historischen Wall ausgerichtet. Die Sicht- und Wegeachse zum Denkmal bleibt frei und wird durch die Stellung des Pavillons gestärkt. Der Lindenhain wird weitgehend erhalten und sukzessiv ergänzt und erweitert. Der neue Ausstellungspavillon überspannt als leichte Holzkonstruktion den Einschnitt in die Unterwelt, wo die Grundmauern Hamburgs erster Siedlung freigelegt und künftig sichtbar gemacht werden. Der Pavillon versteht sich als überdachte Ausgrabungsstätte.

Die Neugestaltung des Hopfenmarkts zielt auf eine suffiziente, klare und reduzierte Struktur. Das Baumdach bildet ein gestalterisches und mikroklimatisches Element und verbindet das Platzensemble.

Die Neugestaltung des Hopfenmarkts zielt auf eine suffiziente, klare und reduzierte Struktur. Das Baumdach bildet ein gestalterisches und mikroklimatisches Element und verbindet das Platzensemble.

Roland Warzecha; AMH
Senkrechtansicht der Neuen Burg (Rekonstruktion) 1021 „auf der grünen Wiese“ gegründet. — Credits: Roland Warzecha; AMH

Senkrechtansicht der Neuen Burg (Rekonstruktion) 1021 „auf der grünen Wiese“ gegründet.

Die Gliederung des Grundrisses orientiert sich am Stützenraster der Tragkonstruktion. Der eingestellte Funktionsriegel gliedert das Gebäude in der Tiefe im Verhältnis von etwa einem Drittel zu zwei Dritteln. Er beinhaltet zudienende Funktionen, wie ein öffentliches barrierefreies WC, Büro und Lageflächen sowie die Garderobe und die vertikale Erschließung inkl. Fahrstuhl. Der Riegel strukturiert den rechteckigen Grundriss und ermöglicht einen durchlässigen Besucherfluss aller Ebenen des Pavillons. Die übrigen zwei Drittel des Erdgeschosses sind dem Café mit großzügiger Bewirtungsfläche und der Museumskasse gewidmet. Ein Luftraum verbindet das Erdgeschoss mit dem Untergeschoss und lenkt Licht und Aufmerksamkeit auf die darunterliegenden historischen Schichten. Ein hoher Fensteranteil in der zurückgestellten Außenhülle schafft eine starke visuelle Verbindung zwischen Innen- und Außenraum und fördert die Interaktion mit dem Platzgeschehen. Über die vertikale Erschließung tauscht man ein in die Ausstellungswelt der neuen Burg. Bereits im Zwischengeschoss erhält man erste Einblicke und betritt den ersten Ausstellungsbereich. Im Untergeschoss steht die archäologische Ausgrabung, ein Lackprofil des neuen Walls, im Mittelpunkt des Raumes. Plattformen auf verschiedenen Ebenen ermöglichen ein vielschichtiges, perspektivisch abwechslungsreiches Ausstellungserlebnis und eröffnen neue Blickwinkel auf Hamburgs frühe Stadtgeschichte.

Der neue Ausstellungspavillon überspannt als leichte Holzkonstruktion den Einschnitt der Grundmauern Hamburgs erster Siedlung.

Der neue Ausstellungspavillon überspannt als leichte Holzkonstruktion den Einschnitt der Grundmauern Hamburgs erster Siedlung.

Jonas Bloch
Der Luftraum verbindet das Erdgeschoss mit dem Untergeschoss und lenkt Licht und Aufmerksamkeit auf die darunterliegenden historischen Schichten. — Credits: Jonas Bloch

Der Luftraum verbindet das Erdgeschoss mit dem Untergeschoss und lenkt Licht und Aufmerksamkeit auf die darunterliegenden historischen Schichten.

Die hölzerne Konstruktion bietet Schutz und prägt den Platz, der Kern bringt Nutzungen wie Café und zudienende Nutzungen. Die Ausstellung im UG ermöglicht Einblicke in die Stadtgeschichte Hamburgs.

Die hölzerne Konstruktion bietet Schutz und prägt den Platz, der Kern bringt Nutzungen wie Café und zudienende Nutzungen. Die Ausstellung im UG ermöglicht Einblicke in die Stadtgeschichte Hamburgs.

Erdgeschoss
Zwischengeschoss
Untergeschoss
Das Platzensemble wird durch klare Belagsflächen und das große Baumdach räumlich und gestalterisch verbunden.

Das Platzensemble wird durch klare Belagsflächen und das große Baumdach räumlich und gestalterisch verbunden.

Die Neugestaltung des Hopfenmarkts zielt auf eine suffiziente, klare und reduzierte Struktur mit hoher ökologischer und klimatischer Wirksamkeit. Das erweiterte, lichte Baumdach bildet ein zentrales gestalterisches und mikroklimatisches Element, das über die Willy-Brandt-Straße hinweg den Zusammenhalt des Platzensembles stärkt. Der bestehende Baumbestand wird weitgehend erhalten, punktuell gefällt und durch großzügige Neupflanzungen ergänzt. Entsiegelte, versickerungsfähige Bodenbeläge und das Natursteinpflaster tragen zur Ressourcenschonung bei und bieten eine gute CO2-Bilanz. Neue Vegetationsflächen mit Staudenbeeten am St. Nikolai Mahnmal und an der Holzbrücke schaffen Aufenthaltsqualität. Die Materialwahl fokussiert sich auf reduzierte, pflegearme und langlebige Materialien.

Die Lage des Walls der Neuen Burg wird in der Außenraumgestaltung durch ein abgesetzes Pflaster im Bereich des Walls für die Öffentlichkeit sichtbar gemacht.

Die Lage des Walls der Neuen Burg wird in der Außenraumgestaltung durch ein abgesetzes Pflaster im Bereich des Walls für die Öffentlichkeit sichtbar gemacht.

Auch die Materialien im Außenraum beziehen sich auf die Ausgrabungen und die direkte Umgebung.

Auch die Materialien im Außenraum beziehen sich auf die Ausgrabungen und die direkte Umgebung.

Jonas Bloch
Die Sicht- und Wegeachse zum Denkmal bleibt frei und wird durch die Stellung des Pavillons gestärkt und die Möblierung der Außenraumgestaltung unterstützt. — Credits: Jonas Bloch

Die Sicht- und Wegeachse zum Denkmal bleibt frei und wird durch die Stellung des Pavillons gestärkt und die Möblierung der Außenraumgestaltung unterstützt.

Die Neue Burg Hamburg ist der unmittelbare Nachfolgebau der Hammaburg und beschreibt die Stadtgeschichte Hamburgs des 11. und 12. Jahrhunderts. Im Bereich des Hamburger Nikolaifleets und des Hopfenmarktes befindet sich unterirdisch der gewaltige Burgwall, der sich in einem einzigartigen Erhaltungszustand befindet. Durch die Ausgrabung des Archäologischen Museum Hamburgs und die Errichtung des Museums Neue Burg, wird dieser sichtbar und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Hauptexponat der Ausstellung wird ein Querschnitt des gesamten Burgwalls darstellen, welches sich über die gesamte Länge des Gebäudes erstreckt.

Roland Warzecha; AMH
Visualisierung der Neuen Burg (Rekonstruktion), 1021 — Credits: Roland Warzecha; AMH

Visualisierung der Neuen Burg (Rekonstruktion), 1021

Roland Warzecha; AMH
Der Wall der Neuen Burg ist mit 36 Metern außergewöhnlich breit und vereint Elemente des Deichbaus und des Befestigungsbaus. — Credits: Roland Warzecha; AMH

Der Wall der Neuen Burg ist mit 36 Metern außergewöhnlich breit und vereint Elemente des Deichbaus und des Befestigungsbaus.

Das Lackprofil des Querschnittes des Burgwalls stellt das Hauptexponat der Ausstellung im Museum Neue Burg.

Das Lackprofil des Querschnittes des Burgwalls stellt das Hauptexponat der Ausstellung im Museum Neue Burg.

Modellfoto Austellung Untergeschoss
Wolf Lohmann; AMH
Foto von Grabung aus 2015 zeigen den guten Erhalt des Bauholzes — Credits: Wolf Lohmann; AMH
Wolf Lohmann; AMH
Foto von Grabung aus 2015 — Credits: Wolf Lohmann; AMH

Auftragsart zweistufiger Realisierungswettbewerb
Auftraggeber Sprinkenhof GmbH mit der Freien und Hansestadt Hamburg
Landschaftsarchitektur TH Treibhaus Landschaftsarchitektur
BGF ca. 450m2
Bearbeitung 2021

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