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Im Hamburger Norden des Stadtteils Harburg-Eißendorf liegt das Planungsgebiet, das durch einen eindrucksvollen Baumbestand sowie die großzĂŒgige FreiflĂ€che des ehemaligen Sportplatzes geprĂ€gt ist. Eingebettet in eine heterogene Umgebung aus zwei- bis viergeschossigen PunkthĂ€usern und Zeilenbauten, eröffnet sich das GrundstĂŒck nach SĂŒden mit einer erhöhten Topografie und einem freien Blick in die umgebenden WĂ€lder. Das neue Quartier versteht sich als Weiterentwicklung der traditionellen Gartenstadt, mit dem Ziel, eine hohe Wohn- und AufenthaltsqualitĂ€t in Verbindung mit einem vielfĂ€ltigen sozialen Miteinander zu schaffen. Dabei entstehen differenzierte RĂ€ume fĂŒr Begegnung, RĂŒckzug und gemeinschaftliche AktivitĂ€ten – ein lebendiges StĂŒck Stadt im GrĂŒnen.

Das Projekt Lichtenauerweg wird derzeit gebaut und ist voraussichtlich Anfang 2027 Bezugsfertig fĂŒr die Bewohner:innen des neuen Quartiers.

Das Projekt Lichtenauerweg wird derzeit gebaut und ist voraussichtlich Anfang 2027 Bezugsfertig fĂŒr die Bewohner:innen des neuen Quartiers.

Die stĂ€dtebauliche Figur besteht aus mĂ€andrierenden, drei- bis viergeschossigen HĂ€userzeilen in Nord-SĂŒd-Ausrichtung, die eine offene, durchlĂ€ssige Struktur erzeugen. Die GebĂ€ude orientieren sich mit ihren Wohnhöfen nach Norden, wĂ€hrend sich die GrĂŒnhöfe zur freien Landschaft im SĂŒden öffnen. So erhĂ€lt nahezu jede Wohnung einen weiten Blick in die Natur. Eine sanfte Höhenstaffelung von SĂŒden nach Norden unterstĂŒtzt die Eingliederung in die Topografie und fĂŒhrt zu einer maßvollen Verdichtung. Die GebĂ€udevolumen nehmen Bezug auf die vorhandene Zeilenstruktur der Nachbarbebauung, definieren jedoch klarer gefasste AußenrĂ€ume mit hoher AufenthaltsqualitĂ€t. Am nördlichen Rand der Siedlung bildet ein großzĂŒgiger Gemeinschaftsplatz den Auftakt des Quartiers und fungiert als identitĂ€tsstiftender Mittelpunkt sowie Erschließungsraum. Ein kleiner Vorplatz am Rand des Bebauungsgebiets bietet Raum fĂŒr Außengastronomie und bildet einen Treffpunkt fĂŒr das neue Quartier sowie die umliegenden Nachbarschaften. Schmale Wege und DurchgĂ€nge sorgen fĂŒr eine gute Vernetzung mit dem angrenzenden Stadtteil.

Von ortstypischen Zeilenbauten ĂŒber die Ausbildung unterschiedlich öffentlicher AußenrĂ€ume und die AuffĂ€cherung fĂŒr Weitblick bis zur Definition spezifischer Orte.

Von ortstypischen Zeilenbauten ĂŒber die Ausbildung unterschiedlich öffentlicher AußenrĂ€ume und die AuffĂ€cherung fĂŒr Weitblick bis zur Definition spezifischer Orte.

stÀdtebauliche Studie

Die FreirĂ€ume des neuen Quartiers sind vielfĂ€ltig gestaltet und erfĂŒllen sowohl gemeinschaftliche als auch private BedĂŒrfnisse. Der nördlich gelegene Gemeinschaftsplatz dient als zentraler Treffpunkt fĂŒr alle Bewohner:innen und bietet Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten. Durch die Vermeidung oberirdischen Verkehrs entstehen sichere, gemeinschaftlich nutzbare RĂ€ume. Von hier aus erschließen sich die grĂŒnen Gassen, die sich harmonisch in die Hamburger Bautradition der TerrassenhĂ€user einfĂŒgen. Sie schaffen eine attraktive Adressbildung fĂŒr die WohnhĂ€user und RĂ€ume fĂŒr spontane Begegnungen. Die Gartenhöfe auf der SĂŒdseite bilden ein ruhiges, grĂŒnes Pendant: Sie bieten RĂŒckzugsrĂ€ume ebenso wie gemeinschaftlich nutzbare FlĂ€chen – darunter FamiliengĂ€rten, öffentliche Spielwiesen und Ruhezonen. Ziel der gesamten Freiraumplanung ist es, soziale Interaktionen zu fördern und gleichzeitig individuelle RĂŒckzugsmöglichkeiten zu gewĂ€hrleisten.

grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner partnerschaft mbb freising hamburg
— Credits: grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner partnerschaft mbb freising hamburg
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RĂŒckwĂ€rtige Erschließung und Gemeinschaftsplatz. — Credits: PONNIE Images
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Die Gasse als Begegnungsraum. — Credits: PONNIE Images
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Die Gartenhöfe mit SpielflĂ€chen. — Credits: PONNIE Images
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Vorplatz mit Gewerbe. — Credits: PONNIE Images

Die WohnhĂ€user des neuen Quartiers folgen einem sozial durchmischten Grundrisskonzept, das unterschiedliche Lebensmodelle berĂŒcksichtigt. Wohnungen fĂŒr ein bis fĂŒnf Personen sowie barrierefreie, barrierereduzierte und geförderte Einheiten sind ĂŒber das Quartier verteilt. Haus 1 und 4 verfĂŒgen ĂŒber innenliegende Höfe mit LaubengĂ€ngen, die nicht nur der Erschließung dienen, sondern auch als geschĂŒtzte Treffpunkte wirken. In den ĂŒbrigen GebĂ€uden verbinden TreppenhĂ€user die grĂŒnen Gassen mit den Gartenhöfen. So entstehen im Erdgeschoss ĂŒberwiegend ZweispĂ€nner, in den Obergeschossen DreispĂ€nner. EingerĂŒckte, polygonale Balkone gliedern die Fassaden zu den Gartenhöfen und öffnen den Blick nach SĂŒden. Zentraler Bestandteil der Wohnungen ist eine großzĂŒgige WohnkĂŒche, welche vereinzelt durch eine Loggia als Außenzimmer ergĂ€nzt wird. Gemeinschaftlich nutzbare RĂ€ume an den ÜbergĂ€ngen vom drei- zum viergeschossigen GebĂ€udeteil bilden zusammen mit den Terrassen weitere Treffpunkte und tragen zu einem vielfĂ€ltigen, lebendigen nachbarschaftlichen Wohnumfeld bei.

Wohnungen am innenliegenden Treppenhaus
Wohnungen am Innenhof
Wohnungen am Laubengang
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Der Balkon erweitert den Wohnraum ins Freie und bietet sowohl Blicke in den grĂŒnen Gartenhof als auch eine Aussicht in die Weite, gerahmt von der lebendigen Mauerwerksfassade. — Credits: PONNIE Images

Der Balkon erweitert den Wohnraum ins Freie und bietet sowohl Blicke in den grĂŒnen Gartenhof als auch eine Aussicht in die Weite, gerahmt von der lebendigen Mauerwerksfassade.

Die Fassaden der vier HĂ€user greifen die fĂŒr Hamburg-Harburg typische roten und gelben Backsteine auf und entwickeln daraus einen feinen, ĂŒber den gesamten Baukörper ablesbaren Farbverlauf im wilden Verband. Zwei Farbvarianten von roten Vollklinkern, deren Kombination sowie zwei unterschiedlich dunkle Mörtelfarben erzeugen eine harmonische Abstufung von Haus 1 bis Haus 4. WĂ€hrend Haus 1 mit einem hellroten Klinker und passendem Mörtel hervorsticht, vermitteln Haus 2 und 3 durch die Mischung aus helleren und dunkleren Steinen zwischen den Tonwerten. Haus 3 und 4 erhalten zusĂ€tzlich durch den dunklen Mörtel eine grĂ¶ĂŸere Tiefe, wobei Haus 4 ausschließlich mit dem dunkleren Klinker gemauert ist und einen passenden Kontrast zum ersten Haus setzt.

Ein gelber Klinker verbindet die HĂ€user gestalterisch miteinander. Er betont im Sockelbereich die öffentlichen Gassen, zieht sich an den Fensteröffnungen vertikal in die Fassaden hinein und akzentuiert so die Lochfassade. Die FensterbrĂŒstungen gehen in eine horizontale Lisene aus demselben Material ĂŒber. An den Kopfbauten umspielt der gelbe Klinker die GebĂ€ude, bis er im Bereich der etwas zurĂŒckgesetzten, privaten grĂŒnen Gartenhöfe auf einen roten Sockel trifft.

Haus 1
Haus 2
Haus 3
Haus 4
Ziegelei Hebrok GmbH & Co. KG
Bevor der Klinker im Ofen gebrannt wird, kommt der Ton beim Wasserstrichverfahren unkontrolliert mit Wasser und Luft in BerĂŒhrung. Dadurch entstehen die charakteristischen und individuellen AbdrĂŒcke. — Credits: Ziegelei Hebrok GmbH & Co. KG

Bevor der Klinker im Ofen gebrannt wird, kommt der Ton beim Wasserstrichverfahren unkontrolliert mit Wasser und Luft in BerĂŒhrung. Dadurch entstehen die charakteristischen und individuellen AbdrĂŒcke.

Der zurĂŒckspringende Eingangsbereich stĂ€rkt die Adressbildung, wĂ€hrend die aus der Fassade entwickelte Bank einen kleinen Ort zum Verweilen bietet.

Der zurĂŒckspringende Eingangsbereich stĂ€rkt die Adressbildung, wĂ€hrend die aus der Fassade entwickelte Bank einen kleinen Ort zum Verweilen bietet.

Das Quartier Lichtenauerweg setzt auf ein nahezu autarkes Energiekonzept, das den Bedarf an konventioneller Energie stark reduziert. Grundlage ist die maximale Nutzung natĂŒrlicher Ressourcen wie Solarenergie, UmgebungswĂ€rme, Geothermie und AbwĂ€rme aus der LĂŒftung.

Auf den DĂ€chern erzeugen Solarmodule Energie. PV-Module produzieren Strom zur Netzeinspeisung, wĂ€hrend PVT-Module gleichzeitig Strom und WĂ€rme liefern. Der erzeugte Strom versorgt gemeinschaftliche Bereiche wie AufzĂŒge oder WĂ€rmepumpen. Nur bei geringer Sonneneinstrahlung wird zusĂ€tzlich Strom aus dem Netz bezogen.

FĂŒr die WĂ€rmespeicherung verfĂŒgt das Quartier ĂŒber einen rund 500 mÂł großen Eisspeicher. Im Winter wird ihm WĂ€rme entzogen, wodurch das Wasser gefriert. Gelangt Energie ĂŒber Geothermie, PVT-Module oder AbwĂ€rme zurĂŒck, taut das Eis wieder auf. So regeneriert sich der Speicher und stellt saisonal WĂ€rme bereit.

Drei Sole-Wasser-WÀrmepumpen und vier Booster-WÀrmepumpen heben die Energie auf das erforderliche Heiz- und Warmwasserniveau. In den Sommermonaten arbeiten die WÀrmepumpen hÀufig direkt mit der Solarthermie, ohne den Speicher zu nutzen.

Das Ergebnis ist ein grĂ¶ĂŸtenteils selbsttragendes Versorgungssystem fĂŒr Heiz- und Brauchwasser mit effizienter WĂ€rmerĂŒckgewinnung und minimalem Netzstrombedarf. Das Quartier wird so nachhaltig, emissionsarm und zukunftsfĂ€hig versorgt und leistet einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von CO2-Emissionen.

Beutler & Lang Schalungs- und BehÀlter-Bau GmbH
Verfahrensanweisung fĂŒr die Absenkung der Betonzisterne, die sich nach und nach in die Tiefe grĂ€bt. — Credits: Beutler & Lang Schalungs- und BehĂ€lter-Bau GmbH

Verfahrensanweisung fĂŒr die Absenkung der Betonzisterne, die sich nach und nach in die Tiefe grĂ€bt.

Beutler & Lang Schalungs- und BehÀlter-Bau GmbH
Abschnitte und Abfolge des Aushubs — Credits: Beutler & Lang Schalungs- und BehĂ€lter-Bau GmbH
MO Architekten Moritz + Krause PartGmbB
— Credits: MO Architekten Moritz + Krause PartGmbB
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MO Architekten Moritz + Krause PartGmbB
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Kategorie Wohnungsbau, Gewerbe, Kita
Auftragsart Wettbewerb
Auftraggeberin SAGA Siedlung-Aktiengesellschaft Hamburg
Landschaftsarchitektur grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner partnerschaft mbb freising hamburg
GeneralĂŒbernehmer Richard Ditting GmbH & Co. KG
Tragwerksplanung KFP Ingenieure GmbH
GebĂ€udetechnik IngenieurbĂŒro Ridder & Prigge GmbH
Kosten- und Baumanagement MO Architekten Moritz + Krause PartGmbB
Wohnungen 216 (69 gefördert nach IFBHH, 70 barrierefrei, 51 barrierereduziert)
Phasen WB, LP 1-9
BGF 36.579 m2
Bearbeitung seit 2018

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