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Der ehemalige WALO-Hauptsitz an zentraler Lage im Kreis 5 wurde durch ein Stadthaus mit Wohnnutzung ersetzt. Angelehnt an italienische Palazzini nimmt der Baukörper Bezug auf die verschiedenen Strassen und Gassensituation. Der skulpturale Baukörper enthĂ€lt verschiedene Grundrisstypologien für den urbanen Bewohner von heute. Die Studios teilen sich einen gemeinsamen Patio. Die 2 œ, 3 œ und 4 œ Wohnungen weisen reizvolle SichtbezĂŒge quer durch die Wohnungen auf. Die Badezimmer an der Fassade laden zum Entspannen ein. Durch den Einbezug der Erker sind alle Wohnungen ĂŒber Eck organisiert und profitieren von einer zweiseitigen Ausrichtung. Die FassadenflĂ€chen des prĂ€gnanten GebĂ€udekörpers werden durch eine horizontale Teilung gegliedert, welche eine klare Ausbildung von Sockelbereich, Regelgeschossen und den Attikageschosse erkennen lĂ€sst. Durch die grosszĂŒgige Erdgeschossverglasung öffnet sich das GebĂ€ude zu den umgebenden StrassenrĂ€umen und schafft beste Voraussetzungen fĂŒr öffentlichkeitsnahe Nutzungen. Unterschiedlich hohe BrĂŒstungsbĂ€nder aus geschliffenem, Terrazzo Ă€hnlichem Kunststein, Fensterrahmen mit eloxierten Metallpaneelen und feine GelĂ€nder aus Metall ĂŒberziehen als geflochtene HĂŒlle den Baukörper und verleihen der Fassade einen hochwertigen, fast textilen Ausdruck. Durch die rĂ€umliche Tiefe der Fassade und die feine Detaillierung wirkt das krĂ€ftige GebĂ€udevolumen dennoch elegant und leicht und fĂŒgt sich angemessen in den Stadtraum ein.

Peter Tillessen
Die vorgefertigten Fassadenelemente, bestehend aus einer terazzoĂ€hnlichen Mischung, greifen in einer ununterbrochenen Abfolge von BĂ€ndern ineinander, die das gesamte GebĂ€ude zu einem Ganzen verbinden — Credits: Peter Tillessen

Die vorgefertigten Fassadenelemente, bestehend aus einer terazzoÀhnlichen Mischung, greifen in einer ununterbrochenen Abfolge von BÀndern ineinander, die das gesamte GebÀude zu einem Ganzen verbinden

Peter Tillessen
Eingezogene Loggien bringen Licht in die Tiefe und erlauben innerhalb der eigenen Wohnung einen gestaffelten Blick in den Aussenraum. — Credits: Peter Tillessen

Eingezogene Loggien bringen Licht in die Tiefe und erlauben innerhalb der eigenen Wohnung einen gestaffelten Blick in den Aussenraum.

Peter Tillessen
— Credits: Peter Tillessen
Peter Tillessen
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Peter Tillessen
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Peter Tillessen
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Auf den Regelschossen finden sich verschiedene Wohnungen mit 2.5 bis 4.5 Zimmern. Die Grundrisse weisen starke Bezüge zum Wohnungstyp der Palazzina auf, welche ein Hybrid aus Villa und Palazzo ist. Derartige Wohnblöcke entstanden in Rom ab 1909, mit einer Tiefe von 19 Metern und höchstens fünf Geschossen. Diese frei stehenden Bauten mit Eigentumswohnungen waren auf bürgerliche Familien zuschnitten. Trotz der dichten stĂ€dtischen Lage sollte die Bewohnerschaft im Gefühl leben können, ein eigenes Haus zu besitzen. Wegen der grossen GebĂ€udetiefe entstand ein komplexer Grundriss, der beim inneren Kern kleinrĂ€umig beginnt und sich dann zur Fassade hin rĂ€umlich ausweitet. Auch beim Haus WALO liegt das Treppenhaus im Inneren und erschliesst pro Geschoss fünf Wohnungen, die sich zu den Fassaden hin zu grossen, offen gestalteten Wohnbereichen entwickeln. Jeweils lĂ€ngs zur Fassade staffeln sich Zimmer, Loggia und Bad, welche insbesondere den schmalen Seitenstrassen eine rĂ€umliche Weite entgegensetzen. Die auskragenden Erker bieten weite Ausblicke in LĂ€ngsrichtung des Strassenraums. Die BĂ€der liegen an der Fassade, sie können mit Schiebetüren von dem offenen Wohnraum getrennt werden und ermöglichen so eine Badnutzung mit Aussicht auf die Stadt.

Bei der Materialwahl wurde die PlastizitĂ€t von Chiaroscuro-Zeichnungen auf die Architektur übersetzt. Bei dieser Renaissance- Zeichentechnik wurde farbiges Papier benutzt. Ausgehend vom Grundton des Papiers wurde mit weisser Gouache zum Licht hin und mit Tinte zur Dunkelheit hin gearbeitet. Auch beim Haus WALO wurde mit dem Licht gearbeitet: So finden sich prĂ€gnant helle und dunkle Bereiche mit weichen ÜbergĂ€ngen. In den Wohnungen wurde eine helle Welt gebildet, um dem Aussen im Inneren eine grosse PrĂ€senz zu verschaffen: Im Kontrast zum farbintensiven Park- und Stadtraum sind Boden, WĂ€nde und Decken weiss gehalten, die sandfarbenen FensterbĂ€nder rahmen den Blick nach aussen. Die Fensterbrüstungen weisen ein leicht nach innen geschwungenes Volumen auf, dadurch wird der Lichteinfall gebrochen und ein Spiel von Licht und Schatten erzeugt. An den Fassadenecken entsteht dank der ausgerundeten Glas- und KunststeinbĂ€nder eine Varianz verschiedener Glanzgrade und Spiegelungen.

Mathilde Agius
Terrazzo ist das Material, fĂŒr das die Firma Walo bekannt ist, es prĂ€gt sowohl den Ausdruck der Fassade als auch die innere Erschliessung. — Credits: Mathilde Agius

Terrazzo ist das Material, fĂŒr das die Firma Walo bekannt ist, es prĂ€gt sowohl den Ausdruck der Fassade als auch die innere Erschliessung.

Peter Tillessen
— Credits: Peter Tillessen
Peter Tillessen
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Peter Tillessen
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Peter Tillessen
— Credits: Peter Tillessen
Variantenstudie zur OberflÀchenveredelung durch Stocken, Sandstrahlen und Matrizen
Ville Sovrapposte ai giardini d'arcadia, Giulio Minoletti, 1956–1959
La Saracena (Santa Marinella), Luigi Moretti, 1950er Jahre

Das Haus liegt in der NĂ€he des Zürcher Hauptbahnhofs, über Jahrzehnte war hier der Hauptsitz der Firma WALO. Der Baukonzern avancierte insbesondere mit der Erstellung von BodenbelĂ€gen für den Hoch und Tiefbau zu einem internationalen Unternehmen. Der Firmenhauptsitz wurde durch ein fünfgeschossiges Wohn- und GeschĂ€ftsgebĂ€ude ersetzt. Es liegt am Ende eines schmalen Blockrandes, die Kopfseite befindet sich gegenüber des Klingenparks und bildet den rĂ€umlichen Abschluss der innerstĂ€dtischen Parkanlage. Seitlich wird das GebĂ€ude von zwei schmalen Strassen flankiert, die Wohnungen sind somit zwischen einem grosszügigen Parkraum und engen Stadtschluchten aufgespannt.

Peter Tillessen
— Credits: Peter Tillessen
Peter Tillessen
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Peter Tillessen
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Peter Tillessen
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Peter Tillessen
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Ludovic Balland
Ein Puzzle in einem Puzzle in einem Puzzle — Credits: Ludovic Balland
Ludovic Balland
Die Fassadenelemente verbinden das gesamte GebĂ€ude und geben im gleichzeitig den Anschein eines dreidimensionalen Puzzles (1890 von William Altekruse patentiert, allgemein bekannt als Altekruse-Puzzle — Credits: Ludovic Balland
Montage Fassadenelemente
TĂŒrgriff
Holzmodell, 1:100
Das ursprĂŒngliche BĂŒrogebĂ€ude, baugeschichtliches Archiv, ZĂŒrich
Peter Tillessen
— Credits: Peter Tillessen

Auftragsart Wettbewerb selektiv, 1. Preis
Auftraggeber Walo Bertschinger AG Immobilienentwicklung
Baumanagement Coneco AG
GF SIA 416 3’748 mÂČ
GV SIA 416 12’561 mÂł
Wohnungen 27
Anzahl Bewohner:innen 42
Dichte (GF oi / Parzelle) 3.9
Bearbeitung
2015–2019

Dx
Duplex