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Roman Keller
— Credits: Roman Keller

Auf dem 42‚000 m² grossen Areal der ehemaligen GlashĂŒtte in BĂŒlach Nord sind im Sommer 2022 fĂŒr etwa 1‘700 Bewohner:innen knapp 600 neue Wohnungen entstanden, dazu kommen 27’000 mÂČ GewerbeflĂ€che. Insgesamt sind es 21 ĂŒberwiegend 6-geschossige HĂ€user, darunter eine Altersresidenz, ein Ärztezentrum, ein Wohnhochhaus, ein Gewerbebau und ein GeschĂ€ftshaus mit BĂŒros. Die hohe stĂ€dtebauliche Dichte verlangt nach besonderen architektonischen Massnahmen. Im Zentrum des Gesamtentwurfs steht daher die sorgfĂ€ltige Ausgestaltung der urbanen FreirĂ€ume. Als Kontaktstelle zwischen den Bauten bestimmen sie den nachbarschaftlichen Zusammenhalt.

Ein breites Spektrum an Wohntypologien öffnet das Glasi Quartier fĂŒr verschiedene Gruppen – fĂŒr Junge und Ältere, fĂŒr Paare, Singles und Familien. Aber auch Sonderformen werden angeboten, z. B. fĂŒr das Wohnen im Alter oder das Zusammenleben von Patchwork-Familien in Gross-WGs. Daneben gibt es einen substantiellen Anteil an gewerblicher Nutzung. Wohnen und Arbeiten finden hier in unmittelbarer Nachbarschaft statt und gewĂ€hrleisten eine gute Durchmischung.

Sein unverwechselbares stĂ€dtebauliches Muster, der „Urban Fingerprint“, verschafft dem Glasi Quartier eine wiedererkennbare IdentitĂ€t.

Sein unverwechselbares stĂ€dtebauliches Muster, der „Urban Fingerprint“, verschafft dem Glasi Quartier eine wiedererkennbare IdentitĂ€t.

Das stĂ€dtebauliche Konzept beruht auf einem System aus strahlenförmigen Strassen, die wie bei einem Linolschnitt aus der GebĂ€udemasse herausgeschnitten sind. An verschiedenen Kreuzungspunkten entstehen PlĂ€tze, deren Charakter massgeblich durch die Erdgeschossnutzung bestimmt wird. Ein lebendiges und intaktes Quartier basiert auf der Balance von Vielfalt und Einheit. Sein unverwechselbares stĂ€dtebauliches Muster, der „Urban Fingerprint“, verschafft dem Glasi Quartier eine wiedererkennbare IdentitĂ€t. Gleichzeitig bietet er einen stabilen Rahmen fĂŒr DiversitĂ€t. Die Besonderheit des architektonischen Entwurfs liegt darin, dass sich die einzelnen GebĂ€ude dem Leitmotiv der Gesamtidee unterordnen, gleichzeitig in ihrem individuellen Ausdruck aber charakteristische Eigenheiten entwickeln.

Areal mit Landschaft
Regelgeschosse
Arealschnitt

Zentrales Element der Gestaltung des Glasi-Quartiers sind vier PlÀtze. Jeder hat ein eigenes Gesicht, alle machen Begegnungen möglich und laden zum Spielen und Verweilen ein. Zum stÀdtischen Flair gehören auch BÀume, die Schatten spenden. An verschiedenen Stellen im Quartier wachsen Wiesen und StrÀucher, entlang der Gleise wird ein neuer Weg mit BÀumen und wildwachsenden Pflanzen angelegt.

Roman Keller
Der Glasiplatz ist von GeschĂ€ftslokalen gesĂ€umt. Im Baumhain stehen Pavillons für öffentliche Toiletten und den Tiefgaragenzugang. Eine begrĂŒnte Treppe fĂŒhrt zur höher gelegenen Schaffhauserstrasse. — Credits: Roman Keller
Roman Keller
An der Piazza Santeramo mit dem Hochhaus (Wild BĂ€r Heule Architekten AG) öffnet sich eine lange Achse bis zum Gewerbehaus im Nordosten. — Credits: Roman Keller
Roman Keller
Am Ahornhof prĂ€sentiert sich ein dichtes Nebeneinander von Motiven: ein Arkadengang vor dem VelogeschĂ€ft, seitlich VorgĂ€rten und zentral der Spielplatz. — Credits: Roman Keller
Roman Keller
Henri-Cornaz-Platz — Credits: Roman Keller
Jedes Haus ist aus dem Kontext seiner unmittelbaren Nachbarschaft entwickelt. Je nach Lage kann ein Haus zu den verschiedenen Seiten daher ganz unterschiedliche Gesichter zeigen.

„Die Fassade eines GebĂ€udes ist zugleich „Aussenwand des Innenraumes und Innenwand des Aussenraumes.“ (Georg Franck). Beim architektonischen Entwurf verschieben wir den gestalterischen Fokus weg vom EinzelgebĂ€ude und hin zum jeweiligen stĂ€dtebaulichen Zusammenhang. Jedes Haus ist aus dem Kontext mit seiner unmittelbaren Nachbarschaft entwickelt. Je nach Lage kann ein Haus zu den verschiedenen Seiten daher ganz unterschiedliche Gesichter zeigen. Auch die RĂ€nder entlang der hierarchisch sehr unterschiedlichen Verkehrsachsen folgen jeweils einem eigenen Leitmotiv und bilden ein markantes Gesicht nach aussen, mit dem das Quartier unverkennbar als gestalterische Einheit auftritt. Als gemeinsamer Nenner weisen alle GebĂ€ude eine dreiteilige Fassadengliederung auf. Der Sockelbereich in Beton sorgt für eine starke Klammer der Erdgeschossnutzungen. Ein bis zwei Mansardengeschosse im Dach gewĂ€hrleisten den bestmöglichen Lichteinfall in die konstant 9.80 Meter breiten GassenrĂ€ume. Die Regelgeschosse sĂ€mtlicher HĂ€user haben eine Kompaktfassade und sind verputzt.

Als Besonderheit enthĂ€lt beim Glasi-Quartier der Waschputz feines Granulat aus Glas – eine subtile Erinnerung an die industrielle Geschichte des Areals. Farbliche Zusammensetzung des Granulats, Abstimmung der Hintergrundfarbe, Korngrösse und Streudichte sind die Parameter, die das jeweilige individuelle Erscheinungsbild bestimmen. Der Putz sorgt für eine atmosphĂ€rische Wirkung einer eigentlich ordinĂ€ren OberflĂ€che, die Fassaden spielen mit dem Licht und sind sogar bei Regen schön.

Im Patio-Haus E gruppieren sich Studios, Kleinwohnungen und WG-Typen um eine gemeinsame Mitte.

    Roman Keller
    Das von oben belichtete Treppenhaus ist Begegnungsort und bringt Licht in die nach innen orientierten Küchen. Es stellt, auch geschossübergreifend, einen Sichtbezug der Einheiten untereinander her. — Credits: Roman Keller

    Das von oben belichtete Treppenhaus ist Begegnungsort und bringt Licht in die nach innen orientierten Küchen. Es stellt, auch geschossübergreifend, einen Sichtbezug der Einheiten untereinander her.

    Die Wohnküchen samt Loggien prĂ€sentieren sich an den GebĂ€udeecken freizügig zum Stadtraum der Piazza Santeramo.

    Die Wohnküchen samt Loggien prĂ€sentieren sich an den GebĂ€udeecken freizügig zum Stadtraum der Piazza Santeramo.

    Haus E Raumprogramm

    • Studios und 11/2-Zimmerwohnungen (6 Einheiten)
    • 2-Zimmerwohnungen (22 Einheiten)
    • 3-Zimmerwohnungen mit grosszügigen Küchen
    • und flexiblen Zimmern für WGs (6 Einheiten)
    • 4-Zimmerwohnungen mit grosszügigen Küchen
    • und flexiblen Zimmern für WGs (8 Einheiten)
    • Grosszügiger Patio mit Treppenhaus als Begegnungsraum
    • GĂ€stewohnung
    • Ateliers und BastelrĂ€ume (4 Einheiten)
    • GewerberĂ€ume (2 Einheiten)

    Bauherrin: Logis Suisse AG

    Wohnen 50+

    Eine Besonderheit sind die Clusterwohnung im Dachgeschoss mit vier Individualeinheiten, sowie das ergĂ€nzende Angebot mit Studios, Zusatzzimmern, GĂ€stezimmern, einem Allmend- Raum für die Hausgemeinschaft und die gemeinschaftliche Dachterrasse.

      Roman Keller
      Die Rezeption im Erdgeschoss ist zentrale Anlaufstelle für sĂ€mtliche Anliegen im Glasi Quartier. — Credits: Roman Keller

      Die Rezeption im Erdgeschoss ist zentrale Anlaufstelle für sĂ€mtliche Anliegen im Glasi Quartier.

      Roman Keller
      Im Typengeschoss erschliesst die zentrale Treppe je fünf Kleinwohnungen, die auf die Bedürfnisse von Bewohner°innen nach der Familienphase ausgerichtet sind. — Credits: Roman Keller

      Im Typengeschoss erschliesst die zentrale Treppe je fünf Kleinwohnungen, die auf die Bedürfnisse von Bewohner°innen nach der Familienphase ausgerichtet sind.

      Ansicht
      Schnitt
      Erdgeschoss mit Rezeption
      Regelgeschoss
      Im Dachgeschoss finden sich eine Clusterwohnung mit vier Individualeinheiten, sowie Studios, Zusatzzimmer, GĂ€stezimmer, ein Allmend-Raum und die gemeinschaftliche Dachterrasse.

      Haus M Raumprogramm

      • 2-Zimmerwohnungen (20 Einheiten)
      • 3-Zimmerwohnungen (10 Einheiten)
      • Clusterwohnung im Dachgeschoss mit 4 Einheiten
      • GĂ€stezimmer (1 Einheit)
      • Aufenthaltsraum
      • Studios, Zusatzzimmer
      • Rezeption für Quartier-Anliegen im Erdgeschoss
      • GemeinschaftsrĂ€ume
      • Allmendraum
      • Dachterrasse für alle BewohnerInnen
      • Gewerberaum 1 Einheit)

      Bauherrin: Logis Suisse AG

      Wohnen mit Fernsicht

      Roman Keller
      In den Buchten liegen Terrassen vor den Sockelwohnungen und BastelrĂ€ume im Souterrain. — Credits: Roman Keller

      In den Buchten liegen Terrassen vor den Sockelwohnungen und BastelrÀume im Souterrain.

      Roman Keller
      — Credits: Roman Keller

      Haus L Raumprogramm

      Die Mehrzahl der Wohnungen an Südlage haben Aussicht über das Gleisfeld

      • 2-Zimmerwohnungen (6 Einheiten)
      • 3-Zimmerwohnungen (15 Einheiten)
      • 4-Zimmerwohnungen (8 Einheiten)
      • BastelrĂ€ume (10 Einheiten)

      Bauherrin: Baugenossenschaft Glattal Zürich

      Erdgeschoss
      Regelgeschoss

      Altersresidenz
      Auf fĂŒnf Obergeschossen werden insgesamt 30 Alterswohnungen in der GrĂ¶ĂŸenordnung von 50 bis 90 Quadradtmetern erschlossen. Im Erdgeschoss leistet das GebĂ€ude mit dem öffentlich zugĂ€nglichen Bistro, einem Mehrzweckraum und einer weiteren Gewerbeeinheit einen wichtigen Beitrag fĂŒr das Quartier.

      Der Treppenraum ist als grosszĂŒgige Begegnungszone ausformuliert und der notwendigen einseitigen Erschliessung geschuldet: Er bildet einen RĂŒcken zur lĂ€rmbelasteten Schaffhauserstrasse.

      Bauherr: Steiner AG

      Roman Keller
      Alle Wohnungen orientieren sich ausnahmslos auf die ruhige Seite zum „Urbanen Salon“ im Innern des Areals. — Credits: Roman Keller

      Alle Wohnungen orientieren sich ausnahmslos auf die ruhige Seite zum „Urbanen Salon“ im Innern des Areals.

      Das Gewerbehaus bildet den nordwestlichen Abschluss des Quartiers und hĂ€lt den Schwarm aus 20 Baukörpern wie ein Schlussstein zusammen. Die gewerbliche Nutzung fungiert zur Autobahn hin ausserdem als LĂ€rmpuffer fĂŒr die WohngebĂ€ude. Um auch grosse zusammenhĂ€ngende FlĂ€chen anbieten zu können verschmelzen die beiden Eingangsgeschosse im Sockel, wĂ€hrend in den Obergeschossen die Volumetrie zugunsten der Eingliederung aus der Körnung der Wohnbauten abgeleitet ist. Als SpezialitĂ€t ist das untere Eingangsgeschoss auch fĂŒr Autos und Kleinlaster unmittelbar erschlossen, um den Warenfluss massgeblich zu vereinfachen.

      Bauherr: Steiner AG

      Roman Keller
      — Credits: Roman Keller
      Roman Keller
      — Credits: Roman Keller
      Roman Keller
      — Credits: Roman Keller
      Roman Keller
      — Credits: Roman Keller
      Roman Keller
      — Credits: Roman Keller
      Roman Keller
      — Credits: Roman Keller

      Auch die RÀnder entlang der hierarchisch sehr unterschiedlichen Verkehrsachsen folgen jeweils einem eigenen Leitmotiv und bilden ein markantes Gesicht nach aussen, mit dem das Quartier unverkennbar als gestalterische Einheit auftritt. Mit Ausnahme des Hochhauses liegen sÀmtliche HauseingÀnge im Arealinneren.

      Roman Keller
      Zur Schaffhauserstrasse zeigt sich eine geschlossene Front. — Credits: Roman Keller
      Roman Keller
      Öffentlich gut angebunden – Blick vom Bahnhof Bülach auf das Glasi-Quartier — Credits: Roman Keller
      Roman Keller
      — Credits: Roman Keller
      Roman Keller
      SchĂŒtzenmattstrasse — Credits: Roman Keller
      Konzept – Strassen
      RĂ€nder
      PlÀtze
      Jürg Zimmermann
      — Credits: Jürg Zimmermann
      Jürg Zimmermann
      — Credits: Jürg Zimmermann
      Jürg Zimmermann
      — Credits: Jürg Zimmermann
      Patrik Fuchs
      — Credits: Patrik Fuchs
      Patrik Fuchs
      — Credits: Patrik Fuchs
      Patrik Fuchs
      — Credits: Patrik Fuchs
      Patrik Fuchs
      — Credits: Patrik Fuchs
      Patrik Fuchs
      — Credits: Patrik Fuchs
      Patrik Fuchs
      — Credits: Patrik Fuchs
      Reto Klink
      Ausstellung ansehen — Credits: Reto Klink
      Steiner AG
      — Credits: Steiner AG

      Kategorie Stadtquartier mit rund 600 Wohneinheiten und 20% Gewerbe: Dienstleistung, Alterswohnen, Kinderkrippe und AllmendflÀchen
      Auftragsart StÀdtebaulicher Studienauftrag, 1. Preis
      Architektur und StĂ€dtebau Duplex Architekten, ZĂŒrich
      Architektur Hochhaus Wild BĂ€r Heule Architektur, ZĂŒrich
      AusfĂŒhrungsplanung ARGE Duplex Architekten, ZĂŒrich / Itten+BrechbĂŒhl, Bern
      Entwicklungspartner Areal Baugenossenschaft Glattal ZĂŒrich; Logis Suisse AG, Baden; Steiner AG, ZĂŒrich; Steiner Investment Foundation, ZĂŒrich
      Totalunternehmer Steiner AG
      Landschaftsarchitektur Vogt Landschaftsarchitekten (Wettbewerb), Studio Vulkan (Masterplan)
      Anzahl Wohnungen 595, davon 110 Eigentum
      ParzellenflĂ€che 42’000 mÂČ
      GeschossflĂ€che 97’000 mÂČ
      Bearbeitung Wettbewerb 2013 StĂ€dtebaulicher Masterplan, 2014–2015, Fertigstellung 2022

      Dx
      Duplex