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Die Baugenossenschaft Waidberg entschied 2010 die bestehend Siedlung aus den 1930er Jahren abzureissen, um mittels Konkurrenzverfahren einen Ersatzneubau zu realisieren.

Mit dem Studienauftrag sollte eine stĂ€dtische Setzung fĂŒr das gesamte Areal gefunden werden, welche die Frage nach der Anordnung der Aussenanlagen und der Erschliessung an dieser hoch lĂ€rmbelasteten Lage beantwortet. Der topografische Sattel Milchbuck – Bucheggplatz ist ein hochwertiges Wohngebiet mit homogener Bebauungsstruktur, das aber durch eine Hauptverkehrsachse unterteilt wird. Zu den StrassenzĂŒgen als verbindendes Element kommen grosszĂŒgige, innere GrĂŒnrĂ€ume und weit verzweigte Wegnetzte hinzu, die fĂŒr das Quartier wesentlich sind. Mit minimalem Fussabdruck besetzen drei WinkelgebĂ€ude den Perimeter. Die GebĂ€ude begleiten die StrassenrĂ€ume entlang der Hofwiesenstrasse, Rötelstrasse und Seminarstrasse; es entstehen ortstypische GebĂ€udelĂ€ngen. Gleichzeitig bilden die HĂ€user ein markantes Gesicht zum Bucheggplatz. Durch das AbrĂŒcken von der Baulinie fokussiert der Kopfbau auf das Zentrum des Bucheggplatzes und krĂ€ftigt dessen PrĂ€senz im heutigen Zustand.

Die LĂ€rmbelastung des Baufeldes wird zum Entwurfsgenerator. Zum lauten Äusseren wird die Abwicklung minimiert und eine urbane Strassenfassade entwickelt. Öffentlichere RĂ€ume wie KĂŒchen, ĂŒberhohe Esszimmer und TreppenhĂ€user beleben die Strassenfluchten und bilden einen harten „RĂŒcken“, der die privaten Wohnbereiche schĂŒtzt. Der Grundriss wird dabei so verdreht, dass frontale Einblicke in die gegenĂŒberliegenden Wohnungen vermieden werden und ein GefĂŒhl von Weite entsteht. Richtung SĂŒden öffnen sich die Wohnungen vor einer grossen, zusammenhĂ€ngenden und vom StrassenlĂ€rm isolierten FreiflĂ€che zur Weite der Stadt.

Sereina Wirz
Wohnen trotz LĂ€rm! Die Siedlung Buchegg gibt dem Verkehrsknotenpunkt Bucheggplatz ein Gesicht. — Credits: Sereina Wirz

Wohnen trotz LÀrm! Die Siedlung Buchegg gibt dem Verkehrsknotenpunkt Bucheggplatz ein Gesicht.

Johannes Marburg
— Credits: Johannes Marburg

Das Grundstück ist dreiseitig von stark befahrenen Verkehrsachsen umgeben. GemĂ€ss LĂ€rmschutzverordnung dürfen weder Wohn- noch SchlafrĂ€ume strassenseitig angeordnet werden. Die Wohnüberbauung befindet sich in einer Hanglage, die von Norden nach Süden abfĂ€llt.

Bestand und Neubau
LÀrmbelastung bei Tag (li) und Nacht (re)
SĂ€mtliche Wohn- und SchlafrĂ€ume liegen auf der ruhigen Hofseite. Öffentlichere RĂ€ume wie KĂŒchen, ĂŒberhohe Esszimmer und TreppenhĂ€user beleben die Strassenfluchten.

SĂ€mtliche Wohn- und SchlafrĂ€ume liegen auf der ruhigen Hofseite. Öffentlichere RĂ€ume wie KĂŒchen, ĂŒberhohe Esszimmer und TreppenhĂ€user beleben die Strassenfluchten.

Johannes Marburg
Die privaten RĂ€ume sie sind nach Süden und zur Aussicht ausgedreht. — Credits: Johannes Marburg
Drei Baukörper umschliessen eine vom StrassenlĂ€rm isolierte FreiflĂ€che, die sich nach SĂŒden zur Weite der Stadt öffnet.

Drei Baukörper umschliessen eine vom StrassenlĂ€rm isolierte FreiflĂ€che, die sich nach SĂŒden zur Weite der Stadt öffnet.

Johannes Marburg
— Credits: Johannes Marburg
Studio Vulkan
— Credits: Studio Vulkan
Öffentlichere RĂ€ume wie KĂŒchen, ĂŒberhohe Esszimmer und TreppenhĂ€user beleben die Strassenfluchten und bilden einen harten „RĂŒcken“ der die privaten Wohnbereiche schĂŒtzt.

Öffentlichere RĂ€ume wie KĂŒchen, ĂŒberhohe Esszimmer und TreppenhĂ€user beleben die Strassenfluchten und bilden einen harten „RĂŒcken“ der die privaten Wohnbereiche schĂŒtzt.

Die Küchen liegen direkt übereinander, wĂ€hrend die doppelgeschossigen Essbereiche wechselseitig ineinander greifen; die dreidimensionale VerschrĂ€nkung zieht sich wie ein roter Faden durch das Projek
3.5 Zi-Wohnung, Haus A
3.5 Zi-Wohnung, Haus A
2.5 Zi-Wohnung, Haus B
2.5 Zi-Wohnung, Haus B
4.5 Zi-Wohnung, Haus B
4.5 Zi-Wohnung, Haus B
Studio, Haus B
4.5 Zi-Wohnung, Haus C
Johannes Marburg
— Credits: Johannes Marburg
Johannes Marburg
— Credits: Johannes Marburg
Johannes Marburg
— Credits: Johannes Marburg
Seraina Wirz
— Credits: Seraina Wirz
Seraina Wirz
— Credits: Seraina Wirz
Seraina Wirz
— Credits: Seraina Wirz

Konstruktiv ist das Haus als klassischer Betonskelettbau geplant, der jedoch zeitgleich mit der vorgefertigten Holzpanelfassade erstellt wurde. Die beschleunigte Bauweise wie auch der mangelnde Umschlagplatz auf dem Areal waren nebst den ökologischen Anforderungen wichtige Entscheidungstreiber. Durch die Kombination von statischer und wĂ€rmedĂ€mmender Funktion weist die Holzpanelstuktur bei vorgegebener Dicke der GebĂ€udehĂŒlle eine beispiellose thermische Effizienz auf. Folgerichtig wurde mit dem Minergie P Standard zertifiziert. Aussen wurden die Panele mit einem mineralischen Strukturputz versehen. Verschiedene OberflĂ€chenbearbeitungen wie Rechen kreuzweise oder Besenstrich unterstĂŒtzen den textilen Ausdruck der gewebten Fassade. Die bewegte, rhythmisierte Fassade mit ihren unterschiedlichen Tiefen folgt spielerisch der Regel einer dreiteiligen Stadtfassade. Die Schatten formen die rĂ€umliche Dimension der Architektur. Sie sind immer in Bewegung und verĂ€ndern die Wahrnehmung der Fassadentiefe permanent.

Grundriss Holzbau
Axo

Die drei HĂ€user sind in Mischbauweise gebaut. Die Fassade der Obergeschosse besteht aus bis zu 10 × 3.5 Meter grossen, vorfabrizierten Holzbauelementen, welche mit dem Baufortschritt versetzt wurden. So konnte das BaugerĂŒst mit der GebĂ€udehöhe mitgezogen werden. Die tragenden BetonstĂŒtzen wurden in eine vordefinierte Position im Holzbauelement gesetzt. Die Holzbauelemente dienten zusĂ€tzlich als Stirnabschalung fĂŒr die nĂ€chste zu betonierende ­ Betondecke. Dank dieser Hybridbauweise, bei der die tragende StĂŒtze in der Ebene der Holzbauelemente platziert ist, konnte die FassadenstĂ€rke minimiert werden. Durch die Kombination von statischer und wĂ€rmedĂ€mmender Funktion weist die Holzpanelstruktur eine sehr hohe thermische Effizienz auf. Die Holzbauelemente sind bis zu 10 × 3.5 Meter gross.

Baugeschichtliches Archiv
Bucheggplatz 1956, Fotografie der Swissair — Credits: Baugeschichtliches Archiv
Baugeschichtliches Archiv
Bucheggplatz 1972, Fotografie der Swissair — Credits: Baugeschichtliches Archiv
Vier Entwurfsschritte: Besetzung des Randes, um eine ruhige Mitte zu schaffen; Ausrichtung des Kopfes zum Platz hin; Vergrössern der Fassadenabwicklung zum Hof; Aufbrechen in drei Baukörper
Johannes Marburg
Fassadenabdruck, Bronzeguss — Credits: Johannes Marburg

Kategorie Neubau mit 110 Wohnungen
Auftragsart zweistufiger Studienauftrag auf Einladung, 1. Preis
Auftraggeberin Baugenossenschaft Waidberg, ZĂŒrich
Bauingenieur Edy Toscano AG
Landschaftsarchitektur Entwurf: Robin Winogrond. Landscape Architecture. Urban Design. AusfĂŒhrung: Studio Vulkan Landschaftsarchitektur
GebĂ€udetechnik GrĂŒnberger + Partner AG, R+B
GF SIA 416 (inkl. UG), exkl. TG 17’300 m2
Wohnungen 110
Bearbeitung 2011–2018

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Duplex